Komoren: Journalist wegen Berichts über kranken Ex-Präsident verhaftet
Wenn Journalisten für Berichte über das Wohlergehen eines Gefangenen verhaftet werden, ist das kein Randproblem – das ist ein Angriff auf das Recht der Öffentlichkeit zu wissen, was der Staat mit Menschen macht, die in seiner Obhut sind. Pressefreiheit ist keine Frage der Geographie: Wo sie eingeschränkt wird, leidet die gesamte demokratische Kontrolle von Macht. Dieser Fall erinnert daran, dass Informationsfreiheit kein Selbstläufer ist, sondern aktiv verteidigt werden muss.
Der Fall auf den Komoren fügt sich in ein globales Muster ein, bei dem Regierungen den Begriff der öffentlichen Ordnung instrumentalisieren, um kritische Stimmen zum Schweigen zu bringen. Internationale Organisationen wie das Komitee zum Schutz von Journalisten leisten hier konkrete Schutzarbeit – und zeigen, dass zivilgesellschaftlicher Druck Wirkung entfalten kann. Für Europa und Deutschland stellt sich die Frage, wie diplomatisch und finanziell auf solche Fälle reagiert wird.