International
Kongo: Mehr als ein Monat ohne Internet und Telefon im Kriegsgebiet
Im ostkongolesischen Fizi-Territorium sind seit dem 3. Juli 2026 mobile Kommunikation und Internet vollständig unterbrochen, was mindestens drei lokale Journalistinnen und Journalisten zur Flucht in Nachbarländer gezwungen hat. Staatliche Kräfte beschlagnahmten zudem Satellitentechnik lokaler Radiosender und erschweren damit die unabhängige Berichterstattung aus dem Kriegsgebiet erheblich. Die Organisation Committee to Protect Journalists fordert unter Verweis auf kongolesisches Verfassungsrecht und internationale Menschenrechtsnormen die sofortige Wiederherstellung der Verbindungen. Der Fall zeigt, wie gezielte Kommunikationsabschaltungen weltweit als Werkzeug eingesetzt werden, um Pressefreiheit und Informationsrechte zu untergraben.
Internetsperren in Kriegsgebieten sind kein technisches Randproblem – sie sind ein gezieltes Werkzeug, um Menschen von Informationen abzuschneiden und journalistische Kontrolle zu unterbinden. Wer nicht kommunizieren kann, kann sich nicht schützen, organisieren oder Hilfe rufen. Der Fall Kongo zeigt, wie Kommunikationsfreiheit und demokratische Teilhabe untrennbar zusammenhängen.
Pressefreiheit ist nicht teilbar: Was in Fizi und Baraka passiert, ist kein Ausnahmefall, sondern Teil eines globalen Musters, bei dem Staaten unter dem Deckmantel von Sicherheit Informationsräume schließen. Internationale Zivilgesellschaft und Medienorganisationen können diesen Druck durch dokumentierte Öffentlichkeit brechen – genau das leistet der CPJ-Bericht.