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Thursday, 17. September 2026
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Demokratie & Zivilgesellschaft

Konzerne kaufen US-Wahlen: 646 Millionen Dollar in einem Jahr

In den USA fließen bereits jetzt 646 Millionen Dollar von Großkonzernen in politische Kampagnen für die Zwischenwahlen 2026 – 40 Prozent mehr als im gesamten Präsidentschaftswahlzyklus 2024. Besonders Krypto-, Wett- und KI-Unternehmen dominieren diese Einflussnahme, oft über intransparente 'Dark Money'-Strukturen ohne Offenlegungspflicht. Das zeigt, wie politische Entscheidungen zunehmend von wirtschaftlichen Partikularinteressen abhängen statt von Bürgerwillen. Für Deutschland und Mecklenburg-Vorpommern ist das ein Warnsignal: Transparenzregeln bei Wahlkampffinanzierung sind kein bürokratisches Detail, sondern Grundlage demokratischer Gleichberechtigung.

Wenn Konzerne Wahlen mitfinanzieren können, ohne vollständige Transparenz zu schulden, verschiebt sich Demokratie zur Oligarchie: Nicht die Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger, sondern die Mehrheit der Milliarden entscheidet. Das betrifft nicht nur die USA – die dort erprobten Modelle für Einflussnahme durch Unternehmensgelder strahlen auf andere Demokratien aus, auch auf Europa. Wer keine Lobby hat, zahlt den Preis.

Seit dem Supreme-Court-Urteil Citizens United 2010 hat sich der Staudamm für Unternehmensgelder in der US-Politik faktisch aufgelöst. Die aktuellen Zahlen zeigen: Der Trend beschleunigt sich, besonders in den Zukunftsbranchen KI, Krypto und Glücksspiel, die regulatorische Entscheidungen direkt beeinflussen wollen. Für europäische Demokratien ist das ein Warnsignal – und ein Argument für strikte Transparenzregeln und Spendengrenzen auch diesseits des Atlantiks.