Konzerne kaufen US-Wahlen: 646 Millionen Dollar in einem Jahr
Wenn Konzerne Wahlen mitfinanzieren können, ohne vollständige Transparenz zu schulden, verschiebt sich Demokratie zur Oligarchie: Nicht die Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger, sondern die Mehrheit der Milliarden entscheidet. Das betrifft nicht nur die USA – die dort erprobten Modelle für Einflussnahme durch Unternehmensgelder strahlen auf andere Demokratien aus, auch auf Europa. Wer keine Lobby hat, zahlt den Preis.
Seit dem Supreme-Court-Urteil Citizens United 2010 hat sich der Staudamm für Unternehmensgelder in der US-Politik faktisch aufgelöst. Die aktuellen Zahlen zeigen: Der Trend beschleunigt sich, besonders in den Zukunftsbranchen KI, Krypto und Glücksspiel, die regulatorische Entscheidungen direkt beeinflussen wollen. Für europäische Demokratien ist das ein Warnsignal – und ein Argument für strikte Transparenzregeln und Spendengrenzen auch diesseits des Atlantiks.