Wissenschaft & Gesundheit
Kreuzigung als Staatsgewalt: War Jesus Opfer sexuellen Missbrauchs?
Der Theologe David Tombs untersucht die Kreuzigung im römischen Reich unter dem Gesichtspunkt staatlicher Erniedrigung und sexueller Gewalt, da Verurteilte nackt ausgestellt wurden. Er verbindet diese historisch-theologische Analyse mit dokumentierten Mustern staatlicher Folter und sexueller Gewalt in Lateinamerika. Diese wissenschaftliche Perspektive regt zur kritischen Auseinandersetzung mit Machtmissbrauch durch staatliche Institutionen an und eröffnet neue Deutungsräume für religiöse und gesellschaftliche Debatten über Würde und Schutz von Opfern.
Die Studie fordert Kirchen und Gesellschaft auf, Jesus explizit als Opfer sexualisierter Gewalt anzuerkennen – mit Folgen für den Umgang mit Überlebenden sexuellen Missbrauchs heute. Diese Perspektive könnte religiöse Gemeinschaften sensibilisieren und Tabus rund um das Thema sexualisierte Folter aufbrechen.