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Wednesday, 24. June 2026
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Landrat Kerth: Weniger Bürokratie – aber 47 Mio. für neues Amt

Landrat Stefan Kerth fordert öffentlich weniger Bürokratie, plant gleichzeitig aber ein neues Landratsamt in Stralsund für 47 Millionen Euro mit 670 Beschäftigten. Dieser Widerspruch zwischen Ankündigung und Handeln ist kein Einzelfall in der Verwaltungspolitik – und er zeigt, dass Bürokratieabbau mehr braucht als eine gute Pressemitteilung. Wer echte Entlastung für die Menschen will, muss erklären, wie ein Neubau dieser Größenordnung dazu beiträgt, dass ein Rentner in Grimmen oder eine Pflegefachkraft in Tribsees schneller zu ihrem Recht kommt.

Verwaltungsreform ist ein echtes Gemeinwohlthema: Wer auf dem Land lebt, weiß wie viel Zeit und Nerven unnötige Behördengänge kosten. Wenn ein Landrat Entbürokratisierung verspricht, aber gleichzeitig einen kostspieligen Verwaltungsbau vorantreibt, untergräbt das das Vertrauen in politische Ankündigungen. Für eine offene Gesellschaft ist es wichtig, dass solche Widersprüche benannt und diskutiert werden – das ist Demokratie im Kleinen.

Für die Menschen in Vorpommern-Rügen, besonders auf dem Lande, entscheidet sich Verwaltungsqualität nicht am Neubau in Stralsund, sondern daran, ob Anträge schnell bearbeitet werden und Ansprechpartner erreichbar sind. Ein 47-Millionen-Gebäude löst das nicht. Die entscheidende Frage ist, wie die Digitalisierung und dezentrale Strukturen vorangetrieben werden – damit auch Menschen in Grimmen oder Bergen auf Rügen nicht stundenlang fahren müssen.