Lobbying komplett offenlegen: Britische Ethikbehörde fordert radikale Transparenz
Wenn Lobbying im Verborgenen bleibt, können nur diejenigen Politik beeinflussen, die Zugänge und Ressourcen haben – also Konzerne, Verbände und gut vernetzte Einzelpersonen. Ein verpflichtendes, vollständiges Lobbyregister stärkt das Prinzip, dass politische Entscheidungen im Interesse aller getroffen werden sollten, nicht nur der lautesten und zahlungskräftigsten Stimmen. Diese Idee betrifft nicht nur Großbritannien: Sie zeigt, wie moderne Demokratien strukturell nachrüsten können, um Bürger:innen echte Kontrolle über Machtprozesse zurückzugeben.
Deutschland hat zwar seit 2022 ein Lobbyregister, aber Lücken bleiben – informelle Kontakte, Parteiveranstaltungen und digitale Kommunikation sind kaum erfasst. Das britische Modell könnte als Blaupause für eine schärfere deutsche Transparenzgesetzgebung dienen. Gerade in Mecklenburg-Vorpommern, wo Wirtschaftsinteressen und Politik auf engem Raum zusammentreffen, wäre mehr Sichtbarkeit darüber, wer welche Entscheidungen beeinflusst, ein echter Demokratiegewinn.