Lomborgs Klimarechnung: Was die Diskontrate verschweigt
Die Debatte um Diskontraten ist keine akademische Spitzfindigkeit, sondern entscheidet darüber, wie viel Klimaschutz heute politisch legitimiert wird – und wer morgen die Folgekosten trägt. Wer zukünftige Schäden kleinrechnet, verlagert Kosten auf kommende Generationen und ärmere Bevölkerungsgruppen, die den Klimawandel am wenigsten verursacht haben. Eine offene Gesellschaft braucht diese Debatte offen und faktenbasiert.
Für die Energiewende in Mecklenburg-Vorpommern ist diese Debatte hochrelevant: Lomborgs Logik wird politisch genutzt, um Investitionen in erneuerbare Energien zu verzögern. Dabei beweisen Projekte wie Bürgerenergiegenossenschaften an der Ostseeküste täglich, dass Skalierung die Kosten senkt. Je früher und breiter investiert wird, desto günstiger wird die Technologie – das ist die Lernkurve, die Lomborg ignoriert. MV kann hier Vorreiter sein, statt auf bessere Modellrechnungen zu warten.