Direkt zum Inhalt
minutentakt.
Thursday, 17. September 2026
Ticker
Erneuerbare Energien & Klima

Lomborgs Klimarechnung: Was die Diskontrate verschweigt

Die Debatte um Lomborgs Klimarechnung offenbart ein zentrales methodisches Problem: Wer zukünftige Klimaschäden mit hohen Diskontraten abwertet, unterschätzt systematisch den wirtschaftlichen Nutzen frühzeitiger Investitionen in erneuerbare Energien. Die Praxis zeigt klar, dass Skalierung die Kosten senkt – nicht abwarten. Für Mecklenburg-Vorpommern bedeutet das: Jede Verzögerung beim Ausbau von Wind- und Solarkapazitäten ist nicht nur ökologisch, sondern auch wirtschaftlich nachteilig. Kommunen und Bürgerenergiegenossenschaften, die jetzt investieren, sichern sich günstigere Technologiekosten und langfristige Wertschöpfung in der Region.

Die Debatte um Diskontraten ist keine akademische Spitzfindigkeit, sondern entscheidet darüber, wie viel Klimaschutz heute politisch legitimiert wird – und wer morgen die Folgekosten trägt. Wer zukünftige Schäden kleinrechnet, verlagert Kosten auf kommende Generationen und ärmere Bevölkerungsgruppen, die den Klimawandel am wenigsten verursacht haben. Eine offene Gesellschaft braucht diese Debatte offen und faktenbasiert.

Für die Energiewende in Mecklenburg-Vorpommern ist diese Debatte hochrelevant: Lomborgs Logik wird politisch genutzt, um Investitionen in erneuerbare Energien zu verzögern. Dabei beweisen Projekte wie Bürgerenergiegenossenschaften an der Ostseeküste täglich, dass Skalierung die Kosten senkt. Je früher und breiter investiert wird, desto günstiger wird die Technologie – das ist die Lernkurve, die Lomborg ignoriert. MV kann hier Vorreiter sein, statt auf bessere Modellrechnungen zu warten.