Malta: Kein Urteil im Mord an Daphne Caruana Galizia
Wenn ein Staat den Mord an einer Journalistin nicht ahnden kann – oder will –, sendet das eine klare Botschaft an alle, die Mächtige zur Rechenschaft ziehen wollen: Ihr seid nicht sicher. Pressefreiheit ist keine abstrakte Norm, sie schützt konkrete Menschen, die Korruption aufdecken und damit anderen Stimme geben. Dieser Fall zeigt, dass Rechtsstaat und Medienfreiheit aktiv verteidigt werden müssen, auch über nationale Grenzen hinaus.
Der Freispruch in Malta ist kein isoliertes nationales Ereignis, sondern ein europäisches Warnsignal. Wer investigativen Journalismus einschüchtert oder ungestraft tötet, greift die Grundlage demokratischer Kontrolle an. Für Deutschland und Mecklenburg-Vorpommern gilt: Strukturen wie unabhängige Medien, Whistleblower-Schutz und funktionierende Strafverfolgung sind keine Selbstverständlichkeit. Zivilgesellschaft und freie Presse müssen gemeinsam darauf bestehen, dass Straflosigkeit kein Modell wird.