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Thursday, 17. September 2026
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Demokratie & Zivilgesellschaft

Malta: Kein Urteil im Mord an Daphne Caruana Galizia

Fast neun Jahre nach der Ermordung von Daphne Caruana Galizia wurde der Hauptverdächtige in Malta freigesprochen – ein bitterer Rückschlag für ihre Familie und für alle, die auf Gerechtigkeit gehofft haben. Der Fall zeigt, wie verletzlich investigativer Journalismus ist, wenn mächtige Wirtschaftsinteressen im Spiel sind. Die Staatsanwaltschaft will Berufung einlegen, und Pressefreiheitsorganisationen machen deutlich: Der Kampf für Aufklärung und für den Schutz von Journalist:innen geht weiter. Dieser Fall erinnert daran, dass funktionierende Demokratien unabhängigen Journalismus nicht nur brauchen, sondern aktiv schützen müssen.

Wenn ein Staat den Mord an einer Journalistin nicht ahnden kann – oder will –, sendet das eine klare Botschaft an alle, die Mächtige zur Rechenschaft ziehen wollen: Ihr seid nicht sicher. Pressefreiheit ist keine abstrakte Norm, sie schützt konkrete Menschen, die Korruption aufdecken und damit anderen Stimme geben. Dieser Fall zeigt, dass Rechtsstaat und Medienfreiheit aktiv verteidigt werden müssen, auch über nationale Grenzen hinaus.

Der Freispruch in Malta ist kein isoliertes nationales Ereignis, sondern ein europäisches Warnsignal. Wer investigativen Journalismus einschüchtert oder ungestraft tötet, greift die Grundlage demokratischer Kontrolle an. Für Deutschland und Mecklenburg-Vorpommern gilt: Strukturen wie unabhängige Medien, Whistleblower-Schutz und funktionierende Strafverfolgung sind keine Selbstverständlichkeit. Zivilgesellschaft und freie Presse müssen gemeinsam darauf bestehen, dass Straflosigkeit kein Modell wird.