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Thursday, 6. August 2026
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Demokratie & Zivilgesellschaft

Maria Kolesnikowa: Zuhören als Grundlage der Demokratie

Maria Kolesnikowa, belarussische Bürgerrechtlerin und politische Gefangene, mahnt in ihrer Festrede bei den Salzburger Festspielen: Demokratien erodieren nicht durch Gewalt von außen, sondern durch das Schweigen nach innen. Wer Andersdenkende nicht mehr zuhört, bereitet den Boden für Autoritarismus. Ihre Warnung richtet sich ausdrücklich an Gesellschaften, die sich in Sicherheit wiegen. Das ist ein Weckruf, der auch in deutschen Kommunen gehört werden sollte – gerade dort, wo Bürger:innen das Gefühl haben, dass ihre Stimmen längst nicht mehr zählen.

Kolesnikowas Botschaft trifft einen blinden Fleck westlicher Demokratien: Zuhören gilt als selbstverständlich, wird aber immer seltener praktiziert. Wer nicht zuhört, schließt Menschen aus – und bereitet so den Boden für Polarisierung und demokratischen Verfall. Für Gesellschaften wie die ostdeutsche, in der viele Menschen das Gefühl haben, seit Jahrzehnten nicht gehört zu werden, hat dieser Appell eine besondere Dringlichkeit.

Kolesnikowas Rede ist kein abstraktes Plädoyer für Höflichkeit, sondern eine politische Analyse: Demokratien sterben nicht nur durch Putsche, sondern durch das Schweigen gegenüber unbequemen Stimmen. In Mecklenburg-Vorpommern, wo das Vertrauen in demokratische Institutionen überdurchschnittlich niedrig ist, lohnt es sich, diese Warnung ernst zu nehmen. Kommunale Dialogformate, Bürgerräte und niedrigschwellige Beteiligungsangebote wären konkrete Antworten auf genau dieses Problem.