Meeresspiegel 2026: Copernicus-Daten belegen beschleunigten Anstieg
Satellitendaten des Copernicus Climate Change Service zeigen, dass der globale Meeresspiegel seit 1993 um rund 10 Zentimeter gestiegen ist – mit einer Anstiegsrate, die sich seit 2006 auf etwa 4,5 Millimeter pro Jahr mehr als verdoppelt hat. Thermische Ozeanausdehnung sowie Schmelzwasser aus Grönland und der Westantarktis beschleunigen diesen Prozess gemeinsam. Für Mecklenburg-Vorpommern mit seiner rund 1.900 Kilometer langen Küstenlinie bedeutet das konkreten Handlungsdruck: Kommunen müssen Küstenschutz, Siedlungsplanung und Infrastruktur schon heute an beschleunigte Szenarien anpassen. Wichtig zu beachten: Die zitierten aktuellen Messdaten für 2026 stehen laut Quellenhinweis noch aus und sollten vor weiterer Verwendung verifiziert werden.
Deutschland hat rund 1.400 Kilometer Küstenlinie an Nord- und Ostsee – Deiche und Sperrwerke, die auf Szenarien aus den 1990ern ausgelegt wurden, sind nach IPCC AR6 (2021) für einen Anstieg von bis zu einem Meter bis 2100 im mittleren Szenario nicht ausreichend dimensioniert. Küstenschutzinvestitionen kosten jetzt Milliarden – Nichtstun kostet ein Vielfaches, und die Rechnung tragen nicht die Konzerne, die seit Jahrzehnten fossile Emissionen verantworten. Solange fossile Subventionen in Deutschland laut Umweltbundesamt (2023) bei über 65 Milliarden Euro jährlich liegen, ist jede Klimaschutzdebatte eine Debatte über politische Prioritäten.