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Thursday, 7. May 2026
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Erneuerbare Energien & Klima

Meeresspiegel steigt schneller als prognostiziert – Küstenschutz hinkt hinterher

Aktuelle Satellitendaten des Copernicus Climate Change Service zeigen, dass der globale Meeresspiegel mit über 4,5 mm pro Jahr deutlich schneller steigt als frühere IPCC-Projektionen vorhergesagt hatten. Besonders die Ostseeküste Mecklenburg-Vorpommerns ist betroffen, wo die Pegelstände saisonale Erwartungswerte bereits übertreffen. Das macht eine beschleunigte Anpassung der Küstenschutzstrategien in MV zur dringlichen Aufgabe – und eröffnet gleichzeitig Chancen für investitionsstarke regionale Infrastrukturprojekte. Kommunen und Bürgerenergiegenossenschaften könnten dabei eine aktive Rolle übernehmen, etwa durch die Kombination von Küstenschutzmaßnahmen mit lokaler Energieerzeugung aus Wind und Wellen.

Die deutsche Küstenschutzstrategie basiert auf Annahmen, die hinter den gemessenen Anstiegsraten zurückbleiben. Bund und Küstenländer investieren jährlich rund 200 Millionen Euro in Deiche und Sperrwerke – laut Berechnungen des Bundesrechnungshofs ein Bruchteil dessen, was bei einer Beschleunigung des Anstiegs nötig wäre. Gleichzeitig subventioniert die Bundesregierung fossile Energieträger mit über 60 Milliarden Euro jährlich (Umweltbundesamt, 2025), was die Ursache des Problems direkt befeuert.