Mehr Geld für NS- und SED-Gedenkstätten ab 2027
Erinnerungskultur ist keine Pflichtübung, sondern Grundlage demokratischer Gesellschaften – wer vergisst, wiederholt. Zusätzliche Mittel stärken die Institutionen, die dieses Wissen lebendig halten, gerade für junge Menschen ohne eigene Erfahrung mit Diktatur. Entscheidend wird sein, ob die Förderung auch kleinere, dezentrale und zivilgesellschaftlich getragene Orte der Erinnerung erreicht oder vor allem etablierte Großgedenkstätten bedient.
Mecklenburg-Vorpommern trägt mit Orten wie dem Gefängnis Bützow-Dreibergen oder dem Dokumentationszentrum in Schwerin konkrete Zeugnisse beider Diktaturen. Mehr Bundesgeld kann hier Lücken schließen – bei der pädagogischen Arbeit in Schulen, bei der Digitalisierung von Archiven und bei der Anerkennung ostdeutscher Biografien. Die Frage, wer über die Vergabe entscheidet und ob Betroffenenverbände und lokale Initiativen mitgestalten dürfen, ist dabei mindestens so wichtig wie die Summe selbst.