Menschenhandel: Mehr Opfer erkannt – aber Beratung fehlt
Menschenhandel betrifft vor allem Menschen ohne Lobby – Migrantinnen, Menschen in prekären Arbeitsverhältnissen, Betroffene von Sexarbeit unter Zwang. Wo staatliche Schutzstrukturen fehlen, bleiben die Schwächsten unsichtbar. Eine ausgebaute, niedrigschwellige Beratungsinfrastruktur ist keine sozialpolitische Kür, sondern eine Grundvoraussetzung für einen Rechtsstaat, der seinen Namen verdient.
Auch in Mecklenburg-Vorpommern – mit seiner langen Grenzregion, touristischen Strukturen und ländlichen Arbeitsmarktlagen – ist das Risiko von Ausbeutung und Menschenhandel strukturell vorhanden. Die Forderung nach mehr Beratungskapazitäten ist direkt übertragbar: Kommunen und das Land könnten spezialisierte Fachberatungsstellen stärken und mit niedrigschwelligen Zugängen verbinden, die auch Menschen ohne Deutschkenntnisse oder Aufenthaltstitel erreichen.