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Thursday, 17. September 2026
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Demokratie & Zivilgesellschaft

Menschenhandel: Mehr Opfer erkannt – aber Beratung fehlt

Die Zahl der erkannten Menschenhandelsopfer steigt, doch spezialisierte Beratungsstrukturen fehlen vielerorts – mit der Folge, dass viele Betroffene weiterhin schutzlos bleiben. Fachleute und politische Stimmen fordern deshalb gezielte Investitionen in Beratungsangebote, die Betroffenen tatsächlichen Zugang zu Hilfe und Schutz ermöglichen. Gerade in Flächenländern wie Mecklenburg-Vorpommern, wo Anlaufstellen oft weit entfernt sind, ist eine wohnortnahe Infrastruktur entscheidend. Mehr Mittel für spezialisierte Beratungsstellen können das Dunkelfeld verkleinern und Leben schützen.

Menschenhandel betrifft vor allem Menschen ohne Lobby – Migrantinnen, Menschen in prekären Arbeitsverhältnissen, Betroffene von Sexarbeit unter Zwang. Wo staatliche Schutzstrukturen fehlen, bleiben die Schwächsten unsichtbar. Eine ausgebaute, niedrigschwellige Beratungsinfrastruktur ist keine sozialpolitische Kür, sondern eine Grundvoraussetzung für einen Rechtsstaat, der seinen Namen verdient.

Auch in Mecklenburg-Vorpommern – mit seiner langen Grenzregion, touristischen Strukturen und ländlichen Arbeitsmarktlagen – ist das Risiko von Ausbeutung und Menschenhandel strukturell vorhanden. Die Forderung nach mehr Beratungskapazitäten ist direkt übertragbar: Kommunen und das Land könnten spezialisierte Fachberatungsstellen stärken und mit niedrigschwelligen Zugängen verbinden, die auch Menschen ohne Deutschkenntnisse oder Aufenthaltstitel erreichen.