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Thursday, 17. September 2026
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Demokratie & Zivilgesellschaft

Meta-Brille filmt heimlich: Datenschützer schlagen Alarm

Die Hamburger Datenschutzbehörde warnt vor erheblichen Risiken durch Meta Smart Glasses: Das Signallicht für laufende Aufnahmen ist für Außenstehende kaum sichtbar, und die technische Auslegung für Gesichtserkennung bedroht die Privatsphäre im öffentlichen Raum grundlegend. Die Behörde fordert klare technische und rechtliche Nachbesserungen, bevor solche Geräte weiter verbreitet werden. Für Bürgerinnen und Bürger bedeutet das konkret, dass sie in Alltagssituationen gefilmt und erkannt werden könnten, ohne es zu wissen. Starke Datenschutzbehörden mit echten Durchgriffsmöglichkeiten sind hier der entscheidende Schutz.

Wer sich im öffentlichen Raum aufhält, gibt damit nicht automatisch sein Recht auf Privatsphäre auf – das ist eine demokratische Grundlage. Meta Smart Glasses verschieben diese Grenze still und technisch, ohne gesellschaftliche Debatte. Menschen ohne Lobby, ohne juristische Ressourcen und ohne Zugang zu Tech-Öffentlichkeit tragen das höchste Risiko, denn sie können sich weder wehren noch wissen sie, wann sie gefilmt werden.

Datenschutzbehörden sind eine der wenigen staatlichen Instanzen, die Tech-Konzernen wirksam entgegentreten können. Der Hamburger Prüfbericht zeigt: Selbstregulierung der Industrie reicht nicht. Jetzt ist der Gesetzgeber gefragt, europäische Standards für Wearables mit Kamera- und KI-Funktionen verbindlich durchzusetzen. Für die Zivilgesellschaft bedeutet das: digitale Grundrechte sind keine abstrakten Konzepte, sondern werden auf der Straße, im Supermarkt, im Schulhof entschieden.