Mexiko: Vierter Journalist innerhalb eines Monats ermordet
Wenn Journalisten systematisch ermordet werden, stirbt mit ihnen das Recht der Bevölkerung auf unabhängige Information – das ist kein mexikanisches Problem, sondern ein globales demokratisches Versagen. Straflosigkeit sendet ein klares Signal an alle, die Mächtigen kontrollieren wollen: Schweigen oder sterben. Für eine offene Gesellschaft ist die physische Sicherheit von Journalist:innen keine Frage des Komforts, sondern eine Grundbedingung für funktionierende Demokratie.
Der Fall Martínez steht exemplarisch für das Versagen staatlicher Schutzpflichten gegenüber denjenigen, die Öffentlichkeit herstellen. Internationale Pressefreiheitsorganisationen können dokumentieren – doch ohne politischen Druck auf Mexiko durch EU und UN bleibt Dokumentation Mahnmal statt Schutz. Für europäische Zivilgesellschaft bedeutet das konkret: Solidarität mit mexikanischen Journalisten muss über Beileidsbekundungen hinausgehen und politische Forderungen nach diplomatischem Druck einschließen.