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Sunday, 20. September 2026
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Demokratie & Zivilgesellschaft

Minijob-Reform: Wer gewinnt, wer verliert?

Eine mögliche Abschaffung des Minijob-Sonderstatus würde Millionen Beschäftigte betreffen – darunter überdurchschnittlich viele Frauen, die bisher kaum Rentenansprüche aufbauen. Die Reform könnte atypische Beschäftigung in sozialversicherungspflichtige Arbeit umwandeln und damit langfristig die Altersarmut vor allem von Frauen reduzieren. Für Mecklenburg-Vorpommern, wo Niedriglöhne und prekäre Beschäftigung besonders verbreitet sind, wäre eine solche Strukturveränderung besonders bedeutsam. Entscheidend wird sein, ob Betriebe die Mehrkosten nicht einfach durch Stundenkürzungen auf die Beschäftigten abwälzen.

Der Minijob gilt seit Jahrzehnten als Einfallstor in Altersarmut – besonders für Frauen, die Pflege- und Sorgearbeit übernehmen und deshalb oft nur in Teilzeit erwerbstätig sind. Eine Reform könnte soziale Sicherheit schaffen, wo jahrzehntelang strukturelle Benachteiligung normalisiert wurde. Wer die gesellschaftliche Teilhabe aller Menschen ernst nimmt, muss Beschäftigungsmodelle hinterfragen, die Flexibilität für Arbeitgeber auf Kosten der sozialen Absicherung von Arbeitnehmerinnen erkaufen.

In Mecklenburg-Vorpommern ist der Anteil an Minijobs überdurchschnittlich hoch – vor allem im Tourismus, im Handel und in der Gastronomie, wo viele Frauen und Ältere beschäftigt sind. Eine Reform der Minijob-Regelung könnte hier unmittelbare Auswirkungen auf Einkommenssicherheit und Rentenansprüche hunderttausender Menschen haben. Gleichzeitig stellt sich die Frage, ob Betriebe in der Fläche diese Umstellung stemmen können oder ob ohne begleitende Förderprogramme neue Benachteiligungen entstehen.