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Saturday, 26. September 2026
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Wissenschaft & Gesundheit

Misophonie bei Kindern: Wenn bestimmte Geräusche krank machen

Eine neue Studie belegt, dass Misophonie – eine intensive emotionale Reaktion auf bestimmte Alltagsgeräusche wie Kauen oder Schmatzen – bei Kindern und Jugendlichen in psychiatrischer Behandlung deutlich häufiger auftritt als bisher bekannt. Betroffene leiden unter starkem Rückzug und emotionalen Ausbrüchen, was den Alltag ganzer Familien erheblich belasten kann. Die Forschungsergebnisse sprechen dafür, Misophonie künftig als eigenständiges Störungsbild in der Kinder- und Jugendpsychiatrie systematisch zu erfassen und zu behandeln. Für Mecklenburg-Vorpommern, wo der Zugang zu kinder- und jugendpsychiatrischen Fachkräften regional sehr unterschiedlich ist, unterstreicht dies die Bedeutung von Sensibilisierung bei Hausärztinnen und Pädagogen als erste Anlaufstelle.

Misophonie betrifft nicht nur Einzelpersonen, sondern belastet das gesamte Familienumfeld und den Schulalltag der Betroffenen. Eine bessere Diagnostik und Aufklärung kann helfen, Stigmatisierung abzubauen und gezielt Unterstützung anzubieten. Das Wissen um dieses Störungsbild stärkt die gesellschaftliche Fähigkeit, auf die vielfältigen Formen psychischer Belastung bei Kindern angemessen zu reagieren.

Die Studie liefert wichtige Impulse für die psychiatrische Versorgung von Kindern und Jugendlichen, auch in Regionen mit dünn gesätem Fachpersonal wie Mecklenburg-Vorpommern. Pädagogische Fachkräfte, Schulen und Kinderarztpraxen könnten von einem geschärften Bewusstsein für das Krankheitsbild profitieren. Künftig sollte Misophonie in Diagnose-Leitlinien und Aus- und Weiterbildungen im Gesundheitswesen systematisch verankert werden.