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Thursday, 17. September 2026
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International

Mlačićs Tod überschattet Wahlkampfstart in Bosnien

In Bosnien-Herzegowina beginnt der Wahlkampf erneut unter dem Einfluss nationalistischer Narrative und der Aufarbeitung der Kriegsvergangenheit, die durch den Tod des verurteilten Kriegsverbrechers Ratko Mladić neu entfacht wird. Beobachter mahnen, dass echte demokratische Erneuerung nur gelingen kann, wenn Klientelismus und leere Versprechen durch substanzielle politische Reformen ersetzt werden. Der Umgang mit der eigenen Geschichte gilt dabei als entscheidender Maßstab für die demokratische Entwicklung der gesamten Westbalkan-Region. Für Deutschland und die EU bleibt eine stabile, demokratische Entwicklung Bosniens zentral, da Rückschritte dort unmittelbar auf europäische Sicherheit und Migrationsdynamiken ausstrahlen.

Wie Gesellschaften mit der Erinnerung an Kriegsverbrechen umgehen, entscheidet maßgeblich darüber, ob echte demokratische Konsolidierung gelingt oder Nationalismus weiterhin als politisches Instrument missbraucht wird. Bosniens Wahlen sind ein Stresstest für die Fähigkeit post-konfliktbetroffener Gesellschaften, über Vergangenheitsbewältigung hinaus zukunftsorientierte Politik zu gestalten. Für die offene Gesellschaft in Europa ist dieses Beispiel ein Warnsignal, wie unverarbeitete Geschichte demokratische Räume blockieren kann.

Der Wahlkampfstart in Bosnien zeigt exemplarisch, wie die Instrumentalisierung von Kriegserinnerung demokratische Erneuerung verhindert. Europa und die EU stehen vor der Frage, welche konkreten Bedingungen und Anreize sie setzen müssen, um Bosniens EU-Annäherung an substanzielle Reformen zu knüpfen. Für die internationale Gemeinschaft und zivilgesellschaftliche Akteure ergibt sich die Aufgabe, lokale reformorientierte Kräfte sichtbarer zu machen und zu stärken.