Muslimischer Jurist fordert Klartext: Islamismus ist unser Problem
Eine Gesellschaft, die Extremismus ernsthaft bekämpfen will, braucht Stimmen aus der Mitte betroffener Gemeinschaften – nicht nur staatliche Reaktionen von außen. Wenn religiöse Verbände eigene Problemlagen schweigend übergehen, entsteht ein Vakuum, das Populisten füllen. Kaymanns Haltung zeigt, dass Selbstkritik und Zugehörigkeit zur offenen Gesellschaft kein Widerspruch sind, sondern sich gegenseitig bedingen.
Die Debatte ist ein Prüfstein für demokratische Reife: Können Gemeinschaften intern Verantwortung übernehmen, ohne von außen dazu gezwungen zu werden? Kaymanns Forderung richtet sich gegen eine Abwehrhaltung, die kurzfristig schützt, aber langfristig isoliert. Für die Zivilgesellschaft – auch in Ostdeutschland, wo pauschales Misstrauen gegenüber Muslimen historisch stark ist – bietet dieser Ansatz ein konstruktives Gegenmodell zu Kollektivschuldzuweisungen und Schweigen zugleich.