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Wednesday, 5. August 2026
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Demokratie & Zivilgesellschaft

Muslimischer Jurist fordert Klartext: Islamismus ist unser Problem

Der Jurist Murat Kayman fordert muslimische Verbände in Deutschland auf, islamistische Gewaltpotenziale klar zu benennen statt zu schweigen. Er argumentiert, dass diese Selbstkritik keine Schwäche zeigt, sondern die Glaubwürdigkeit der muslimischen Gemeinschaft in einer offenen Gesellschaft erst ermöglicht. Das Schweigen der Verbände schadet vor allem denjenigen Muslimen, die weder Extremismus noch Islamfeindlichkeit wollen. Kayman plädiert für offene innergemeinschaftliche Debatte als demokratischen Ausweg aus dieser Zwickmühle.

Eine Gesellschaft, die Extremismus ernsthaft bekämpfen will, braucht Stimmen aus der Mitte betroffener Gemeinschaften – nicht nur staatliche Reaktionen von außen. Wenn religiöse Verbände eigene Problemlagen schweigend übergehen, entsteht ein Vakuum, das Populisten füllen. Kaymanns Haltung zeigt, dass Selbstkritik und Zugehörigkeit zur offenen Gesellschaft kein Widerspruch sind, sondern sich gegenseitig bedingen.

Die Debatte ist ein Prüfstein für demokratische Reife: Können Gemeinschaften intern Verantwortung übernehmen, ohne von außen dazu gezwungen zu werden? Kaymanns Forderung richtet sich gegen eine Abwehrhaltung, die kurzfristig schützt, aber langfristig isoliert. Für die Zivilgesellschaft – auch in Ostdeutschland, wo pauschales Misstrauen gegenüber Muslimen historisch stark ist – bietet dieser Ansatz ein konstruktives Gegenmodell zu Kollektivschuldzuweisungen und Schweigen zugleich.