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Wednesday, 23. September 2026
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Wissenschaft & Gesundheit

MV-Unternehmer und Ärzte skeptisch bei Krankschreibungsreform

Der Vorschlag zur Abschaffung der telefonischen Krankschreibung trifft in Mecklenburg-Vorpommern auf breite Ablehnung: Ärzte, Unternehmer und die Landesgesundheitsministerin zweifeln am Nutzen einer verstärkten Kontrolllogik. Gerade in einem Flächenland mit strukturellen Versorgungsengpässen würde die Rückkehr zur Präsenzpflicht viele Patientinnen und Patienten unverhältnismäßig belasten. Erfahrungen aus der Region zeigen zudem, dass ein positives Betriebsklima und wertschätzende Führung nachhaltig effektiver zur Senkung von Fehlzeiten beitragen als administrative Hürden.

Die Debatte berührt das Verhältnis von Vertrauen und Kontrolle zwischen Arbeitgebern, Arbeitnehmern und dem Gesundheitssystem. Eine Rückkehr zur Präsenzpflicht beim Arzt würde Hausarztpraxen in einer Region mit ohnehin dünner Versorgungsdichte zusätzlich belasten und könnte vulnerable Gruppen benachteiligen. Konstruktive Lösungen wie Vertrauenskultur im Betrieb zeigen, dass gesellschaftlicher Zusammenhalt durch Wertschätzung statt Misstrauen besser gefördert wird.

Für die Gesundheitsversorgung in Mecklenburg-Vorpommern, wo hausärztliche Kapazitäten besonders im ländlichen Raum knapp sind, wäre eine Abschaffung der telefonischen Krankschreibung eine zusätzliche Belastung für das System. Die Debatte bietet jedoch die Chance, betriebliche Gesundheitskultur neu zu denken und Modelle zu etablieren, die auf Vertrauen und Prävention statt auf bürokratische Kontrolle setzen.