Nach CSD-Angriff: Queerbeauftragte fordert mehr Sichtbarkeit
Angriffe auf queere Menschen bei öffentlichen Veranstaltungen sind Angriffe auf das Demonstrationsrecht und die Versammlungsfreiheit – also auf Grundpfeiler demokratischer Gesellschaften. Wer marginalisierte Gruppen zum Rückzug zwingen will, greift das Prinzip an, dass alle Menschen öffentlich sichtbar sein dürfen. Die Forderung nach mehr Sichtbarkeit ist deshalb keine Identitätspolitik, sondern eine demokratische Notwendigkeit.
Für eine offene Zivilgesellschaft ist entscheidend, wie Institutionen und Beauftragungsstrukturen auf Gewalt reagieren – ob sie absichern oder abschwächen. Sophie Kochs Position zeigt, dass eine gut ausgestattete und gehörte Queerbeauftragte mehr ist als symbolische Politik. Was bundesweit gilt, ist auch für Mecklenburg-Vorpommern relevant: Schutzstrukturen für queere Menschen sind in ländlichen Regionen oft schwächer – das ist eine Lücke, die benannt werden muss.