Direkt zum Inhalt
minutentakt.
Tuesday, 15. September 2026
Ticker
International

Nepal fordert Klimakompensation nach katastrophalen Überschwemmungen

Nach verheerenden Überschwemmungen durch einen schmelzenden Gletscher, bei denen über 1.300 Menschen starben und mehr als 5.500 vermisst werden, fordert Nepal 20 Millionen Dollar Klimakompensation von den großen Industrienationen. Wissenschaftler bestätigen den Zusammenhang zwischen der Klimakrise und der Katastrophe. Nepal verursacht selbst weniger als 0,1 Prozent der globalen Emissionen und macht damit die strukturelle Ungerechtigkeit der Klimakrise sichtbar. Die Forderung stärkt die internationale Debatte über einen verbindlichen Klimaschadensfonds und ist auch für Deutschland als viertgrößte Volkswirtschaft relevant.

Die Forderung Nepals macht das globale Ungleichgewicht bei Klimaschäden sichtbar: Länder, die kaum zu den Emissionen beigetragen haben, tragen die schwersten Folgen. Klimakompensationsmechanismen wie der auf der COP28 beschlossene Loss-and-Damage-Fonds sind genau für solche Fälle gedacht und müssen nun mit Leben gefüllt werden. Eine gerechte Klimapolitik stärkt das Vertrauen in internationale Institutionen und ist damit auch eine Frage demokratischer Glaubwürdigkeit der Industrienationen.

Nepal steht stellvertretend für viele vulnerable Staaten, die trotz minimaler eigener Emissionen existenzielle Klimafolgen erleiden. Die Katastrophe zeigt, dass der globale Süden konkrete und schnelle Finanzierungsmechanismen benötigt, nicht nur Zusagen. Deutschland und die EU stehen in der Pflicht, den Loss-and-Damage-Fonds substanziell zu befüllen und die diplomatische Unterstützung für Kompensationsforderungen zu verstärken.