Nepal fordert Klimaschadenersatz nach verheerender Sturzflut
Die Forderung Nepals steht exemplarisch für eine wachsende globale Bewegung, die Klimagerechtigkeit nicht nur als moralisches, sondern als rechtliches Prinzip etablieren will. Länder, die am wenigsten zum Klimawandel beigetragen haben, tragen seine schwersten Folgen – das untergräbt das Vertrauen in internationale Solidarität und multilaterale Institutionen. Ein funktionierender Mechanismus zur Klimahaftung würde Anreize für Emissionsreduktionen schaffen und schwächere Staaten handlungsfähiger machen.
Die Diskussion um einen internationalen Klimagerichtshof ist eng verknüpft mit den Verhandlungen auf UN-Klimagipfeln und dem sogenannten Loss-and-Damage-Fonds, der auf der COP27 beschlossen wurde. Deutschland und die EU sind als große Emittenten direkt von solchen Haftungsfragen betroffen und müssen sich positionieren. Fortschritte in der internationalen Klimajustiz könnten langfristig auch die Klimapolitik in Europa beschleunigen, da finanzielle Haftungsrisiken politischen Druck erhöhen.