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Thursday, 17. September 2026
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International

Nepal fordert Klimaschadenersatz nach verheerender Sturzflut

Nepal macht die größten CO₂-Emittenten weltweit für eine verheerende Sturzflut mitverantwortlich und fordert Schadenersatz, da der Klimawandel Extremwetterereignisse nachweislich verschärft. Die Forderung belebt die internationale Debatte um Klimahaftung und Klimagerechtigkeit neu. Für eine rechtliche Durchsetzung solcher Ansprüche wäre ein internationaler Klimagerichtshof notwendig, dessen Einrichtung bislang aussteht. Diese Entwicklung unterstreicht den wachsenden Druck auf Industriestaaten, konkrete finanzielle Verantwortung für Klimaschäden in besonders betroffenen Ländern zu übernehmen.

Die Forderung Nepals steht exemplarisch für eine wachsende globale Bewegung, die Klimagerechtigkeit nicht nur als moralisches, sondern als rechtliches Prinzip etablieren will. Länder, die am wenigsten zum Klimawandel beigetragen haben, tragen seine schwersten Folgen – das untergräbt das Vertrauen in internationale Solidarität und multilaterale Institutionen. Ein funktionierender Mechanismus zur Klimahaftung würde Anreize für Emissionsreduktionen schaffen und schwächere Staaten handlungsfähiger machen.

Die Diskussion um einen internationalen Klimagerichtshof ist eng verknüpft mit den Verhandlungen auf UN-Klimagipfeln und dem sogenannten Loss-and-Damage-Fonds, der auf der COP27 beschlossen wurde. Deutschland und die EU sind als große Emittenten direkt von solchen Haftungsfragen betroffen und müssen sich positionieren. Fortschritte in der internationalen Klimajustiz könnten langfristig auch die Klimapolitik in Europa beschleunigen, da finanzielle Haftungsrisiken politischen Druck erhöhen.