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Saturday, 26. September 2026
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Demokratie & Zivilgesellschaft

Neue Befugnisse für Geheimdienste: Mehr Schutz oder weniger Rechte?

Das Bundeskabinett plant eine Reform, die BND und Verfassungsschutz neue Befugnisse zur aktiven Abwehr von Cyberangriffen und hybriden Bedrohungen geben soll. Als Begründung dienen konkrete Vorfälle wie russische Spionageaktivitäten und Drohnenbedrohungen. Die Reform sieht gesetzliche Schranken vor, doch entscheidend wird sein, ob parlamentarische Kontrolle und zivilgesellschaftliche Beobachtung tatsächlich greifen. Gerade in Ostdeutschland, wo Staatssicherheit und unkontrollierte Behörden keine abstrakte Geschichte sind, braucht es starke demokratische Gegenkräfte.

Erweiterte Geheimdienstbefugnisse sind ein zweischneidiges Schwert: Sie können echte Bedrohungen abwehren, aber auch in Grundrechte eingreifen – besonders für Menschen, die staatlichen Stellen historisch wenig Vertrauen entgegenbringen. Eine offene Gesellschaft braucht starke parlamentarische Kontrolle und unabhängige Zivilgesellschaft als Gegengewicht, damit Sicherheit nicht zur Rechtfertigung für Überwachung ohne Grenzen wird.

Diese Reform stellt eine der wichtigsten sicherheitspolitischen Weichenstellungen der jüngsten Zeit dar und verdient breite demokratische Debatte statt stiller Kabinettsbeschlüsse. Entscheidend wird sein, ob die angekündigten Kontrollmechanismen tatsächlich greifen oder auf dem Papier bleiben. Erfahrungen aus der DDR-Geschichte zeigen, wie rasch Sicherheitsapparate ihre Befugnisse ausdehnen können – deshalb brauchen wir starke parlamentarische Gremien und eine wachsame Zivilgesellschaft, die diese Entwicklung begleitet.