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Thursday, 17. September 2026
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Wissenschaft & Gesundheit

Neue Studie: Aggression schadet dem eigenen Selbstwertgefühl

Eine neue Längsschnittstudie kehrt eine gängige Annahme um: Nicht ein niedriges Selbstwertgefühl führt zu aggressivem Verhalten, sondern Aggressionen senken das Selbstwertgefühl der betroffenen Person im Nachgang. Die Evidenz basiert auf Verlaufsdaten, was sie belastbarer macht als einfache Querschnittsstudien. Für die Gesundheitsversorgung in Mecklenburg-Vorpommern ergeben sich daraus neue Ansatzpunkte: Präventions- und Therapieprogramme zur Impulskontrolle könnten zielgenauer entwickelt und eingesetzt werden, indem sie den negativen Rückwirkungskreislauf von Aggression und Selbstwert gezielt unterbrechen.

Die Erkenntnis, dass Aggression das Selbstwertgefühl der handelnden Person selbst schwächt, liefert einen wichtigen Baustein für die Gewaltprävention in Schulen, Familien und sozialen Einrichtungen. Sie verschiebt den Blick von äußeren Auslösern hin zu inneren Konsequenzen und eröffnet damit neue Ansätze für Beratung und Therapie. Für eine offene Gesellschaft ist es relevant, die psychologischen Mechanismen hinter Konflikten besser zu verstehen.

Für die Praxis in Beratungsstellen, Schulen und sozialpädagogischen Einrichtungen bedeutet dieser Befund: Impulskontrolltraining lässt sich mit dem Argument stärken, dass aggressives Verhalten dem Aggressor selbst schadet. Präventionsprogramme können darauf aufbauen, Selbstwirksamkeit und prosoziales Verhalten als Alternative zu fördern. Langfristig könnte dieser Ansatz auch in der kommunalen Sozialarbeit in Mecklenburg-Vorpommern Einzug halten.