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Thursday, 17. September 2026
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International

Neue Studie: Europäer zweifeln an EU-Zukunft, wollen aber Schutz

Eine aktuelle Studie des European Council on Foreign Relations offenbart ein widersprüchliches Stimmungsbild in Europa: Während fast drei Viertel der Befragten der EU eine schlechte Krisenmanagement-Bilanz ausstellen, wünscht sich die Mehrheit gleichzeitig weiterhin europäischen Schutz in Fragen von Sicherheit und Wirtschaft. Diese Lücke zwischen Vertrauen und Erwartung birgt demokratische Risiken, da sie antieuropäischen Kräften Raum verschafft. Für Mecklenburg-Vorpommern als strukturschwaches Grenzland mit starker Abhängigkeit von EU-Fördergeldern und geopolitischer Nähe zur Ostseeregion ist eine handlungsfähige EU besonders bedeutsam.

Eine EU, der ihre eigenen Bürgerinnen und Bürger nicht mehr vertrauen, verliert die demokratische Legitimationsgrundlage, auf die sie angewiesen ist. Die Studie macht deutlich, dass Vertrauen in europäische Institutionen aktiv durch gute Kommunikation und spürbare Ergebnisse zurückgewonnen werden muss, nicht durch abstrakte Pro-Europa-Bekenntnisse. Gerade in Regionen mit hoher Skepsis gegenüber der EU ist zivilgesellschaftliches Engagement für europäische Werte besonders wichtig.

Die Befunde der ECFR-Studie sind für die europäische Demokratiedebatte von unmittelbarer Bedeutung: Sie zeigen, wo politische Kommunikation versagt und wo rechtsextreme Narrative eine Lücke füllen. Für demokratisch engagierte Akteure ergibt sich daraus die Aufgabe, Europa erfahrbar und konkret zu machen. Ansätze wie Bürgerdialoge, lokale EU-Informationsformate und transnationale Zivilgesellschaftsprojekte könnten helfen, das Vertrauen zu stärken.