Neuer ungarischer Präsident verspricht Rückkehr zum Rechtsstaat
Ein Ungarn, das sich wieder dem Rechtsstaat verpflichtet, stärkt die gesamte EU – denn Demokratie ist kein nationales Privatvergnügen, sondern ein europäisches Gemeinschaftsgut. Für alle, die wissen wie schnell Grundrechte verschwinden können, ist dieser Schritt keine Selbstverständlichkeit, sondern ein hart erkämpfter Anfang. Die offene Frage ist: Wer gestaltet die neue Verfassung – und wessen Stimmen werden dabei gehört?
Ungarn war in den vergangenen Jahren ein Testlabor für autoritäre Regierungsführung innerhalb der EU – mit direkten Folgen für Pressefreiheit, Justizunabhängigkeit und Minderheitenrechte. Ein Neustart ist möglich, aber fünf Jahre Übergangszeitraum sind auch fünf Jahre Unsicherheit. Aus ostdeutscher Perspektive kennt man das: Nach der Wende 1989 gab es auch große Versprechen – und viele Menschen, deren Erfahrungen im neuen System keinen Platz fanden. Die entscheidende Frage ist deshalb, ob die Verfassungsreform von unten mitgestaltet wird oder wieder nur Sache der politischen Elite bleibt.