Nicaragua: Ortega schafft Wahlen ab – Demokratie offiziell beendet
Wenn ein Staatschef Wahlen offen für beendet erklärt, ist das kein regionales Ereignis – es ist ein Signal an Autokraten weltweit, dass solche Schritte möglich sind. Für eine offene Gesellschaft bedeutet das: Die internationale Gemeinschaft und Zivilgesellschaft müssen klare Konsequenzen zeigen, sonst werden derartige Vorbilder kopiert. Menschen ohne politische Lobby – Oppositionelle, Frauen, indigene Gemeinschaften in Nicaragua – zahlen den höchsten Preis.
Ortegas Ankündigung ist ein Lehrstück darüber, wie Demokratien schrittweise ausgehöhlt werden: erst durch Einschränkung der Presse, dann durch Ausschaltung der Justiz, zuletzt durch die offene Abschaffung von Wahlen. Europa und Deutschland stehen vor der Aufgabe, klare diplomatische und wirtschaftliche Konsequenzen zu ziehen. Für nicaraguanische Exil-Communities und internationale Solidaritätsnetzwerke – auch in Deutschland – beginnt jetzt die Arbeit, Geflüchtete und Verfolgte zu unterstützen und auf die Lage aufmerksam zu machen.