Norwegen: Erstes zertifiziertes BECCS-Projekt an Kläranlage
Kommunale Kläranlagen existieren in nahezu jeder Stadt – sie könnten künftig nicht nur Abwasser reinigen, sondern aktiv CO₂ aus der Atmosphäre entfernen. Das schafft eine neue gesellschaftliche Funktion für öffentliche Infrastruktur und eröffnet Kommunen die Möglichkeit, Klimaschutzpflichten kosteneffizient zu erfüllen. Entscheidend wird sein, wer die Investitionskosten trägt und ob die entstehenden CO₂-Zertifikate dem Gemeinwohl zugutekommen oder privatisiert werden.
Für Mecklenburg-Vorpommern mit seinen zahlreichen kommunalen Kläranlagen – von Schwerin bis Stralsund – ist dieses Modell technisch relevant und zeitnah prüfbar. Die BECCS-Technologie ist skalierbar und könnte besonders für mittlere Kommunen interessant sein, die ihre Klimabilanz verbessern wollen. Bürgerenergiegenossenschaften könnten als Mitfinanzierer und Nutznießer der CO₂-Zertifikate einbezogen werden. Voraussetzung ist eine klare Regulierung auf Bundes- und Landesebene, die solche Projekte wirtschaftlich tragfähig macht.