NSU-Ausschuss MV: Fehler im Kampf gegen rechte Gewalt benannt
Wer von rechter Gewalt betroffen ist, braucht einen Staat, der hinschaut – nicht wegschaut. Die Feststellungen des Ausschusses sind ein wichtiger Schritt, damit Behörden endlich lernen, rechte Straftaten als das zu erkennen, was sie sind: politisch motivierte Angriffe auf das Zusammenleben. Für eine offene Gesellschaft ist die Aufarbeitung von Behördenversagen keine Option, sondern eine demokratische Pflicht.
Mecklenburg-Vorpommern hat eine lange Geschichte mit rechter Gewalt – von Rostock-Lichtenhagen bis zu den NSU-Verbindungen ins Land. Dass ein parlamentarischer Ausschuss jetzt konkrete Fehler benennt, ist ein Zeichen funktionierender parlamentarischer Kontrolle. Die entscheidende Frage ist, ob Polizei und Verfassungsschutz die Empfehlungen auch wirklich umsetzen oder ob sie im Aktenordner verschwinden. Betroffene und Zivilgesellschaft müssen die Umsetzung aktiv einfordern und begleiten.