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Tuesday, 23. June 2026
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Demokratie & Zivilgesellschaft

Öffentlich-Rechtliche vs. Algorithmen: Wer gestaltet die Öffentlichkeit?

Soziale Netzwerke und ihre Algorithmen verdrängen zunehmend den öffentlich-rechtlichen Auftrag zur sachlichen Information – weil Empörung mehr Klicks bringt als Aufklärung. Das gefährdet die gemeinsame Gesprächsgrundlage, auf die Demokratie angewiesen ist. Öffentlich-rechtliche Sender stehen vor der Frage, ob sie sich dieser Logik anpassen oder ihr widerstehen wollen. Es gibt Wege, digitale Räume zu gestalten, die nicht primär auf Aufregung setzen, sondern auf Orientierung.

Eine funktionierende demokratische Gesellschaft braucht eine Öffentlichkeit, in der alle Bevölkerungsgruppen – unabhängig von Algorithmen und Kaufkraft – Zugang zu verlässlichen Informationen haben. Wer die Informationsräume kontrolliert, kontrolliert auch politische Deutungshoheit. Das betrifft besonders Menschen, die nicht in Berlin-Mitte leben und deren Erfahrungen in mainstreamigen Plattformblasen kaum auftauchen.

Die Frage, ob öffentlich-rechtliche Medien ihren gesellschaftlichen Auftrag unter Plattformbedingungen noch erfüllen können, ist keine technische – sie ist politisch. Für Mecklenburg-Vorpommern, wo strukturelle Benachteiligung und medialer Rückzug auf dem Land zusammentreffen, ist die Reichweite unabhängiger Qualitätsinformation besonders relevant. Wer Algorithmen das Feld überlässt, überlässt auch den gesellschaftlichen Zusammenhalt den Profitinteressen von Tech-Konzernen.