Öffentlich-Rechtliche vs. Algorithmen: Wer gestaltet die Öffentlichkeit?
Eine funktionierende demokratische Gesellschaft braucht eine Öffentlichkeit, in der alle Bevölkerungsgruppen – unabhängig von Algorithmen und Kaufkraft – Zugang zu verlässlichen Informationen haben. Wer die Informationsräume kontrolliert, kontrolliert auch politische Deutungshoheit. Das betrifft besonders Menschen, die nicht in Berlin-Mitte leben und deren Erfahrungen in mainstreamigen Plattformblasen kaum auftauchen.
Die Frage, ob öffentlich-rechtliche Medien ihren gesellschaftlichen Auftrag unter Plattformbedingungen noch erfüllen können, ist keine technische – sie ist politisch. Für Mecklenburg-Vorpommern, wo strukturelle Benachteiligung und medialer Rückzug auf dem Land zusammentreffen, ist die Reichweite unabhängiger Qualitätsinformation besonders relevant. Wer Algorithmen das Feld überlässt, überlässt auch den gesellschaftlichen Zusammenhalt den Profitinteressen von Tech-Konzernen.