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Thursday, 6. August 2026
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Demokratie & Zivilgesellschaft

Ostbeauftragte: Corona hat Vertrauen in den Staat erschüttert

Die Corona-Pandemie hat das ohnehin fragile Vertrauen vieler Ostdeutscher in staatliche Institutionen weiter beschädigt – das zeigt eine aktuelle Umfrage und bestätigt, was viele im Osten längst wissen: Wer historisch erlebt hat, wie Versprechen gebrochen werden, braucht mehr als Worte. Die Ostbeauftragte Elisabeth Kaiser plädiert deshalb für echte Bürgerbeteiligung und Transparenz statt Verordnungen von oben. Das ist richtig, aber der Ansatz muss konkret werden: Partizipation funktioniert nur, wenn sie mit realer Macht verbunden ist und nicht bloß als Konsultation endet.

Demokratisches Vertrauen ist keine Selbstverständlichkeit – es muss erarbeitet werden, gerade dort, wo historische Erfahrungen mit staatlicher Kontrolle tief sitzen. Die Debatte darüber, wie der Staat mit Misstrauen umgeht, ist zentral für den Zusammenhalt der Gesellschaft. Wer das Misstrauen als Problem der anderen abtut, vertieft genau die Spaltung, die er beklagen will.

In Mecklenburg-Vorpommern ist das Vertrauen in staatliche Institutionen traditionell niedriger als im Bundesdurchschnitt – das zeigt sich bei Wahlergebnissen ebenso wie bei Impfquoten oder Behördengängen. Die Frage, wie Demokratie wieder erfahrbar gemacht werden kann, ist hier keine abstrakte: Kommunen, Vereine und lokale Initiativen könnten konkrete Orte sein, wo Vertrauen praktisch neu aufgebaut wird. Dafür braucht es Ressourcen, Willen und die Bereitschaft, unbequeme Antworten zu hören.