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Thursday, 6. August 2026
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Ostdeutsche erben kaum – Vermögenslücke bleibt nach 35 Jahren

Ostdeutsche erben strukturell weniger als Westdeutsche – nicht wegen fehlenden Fleißes, sondern weil in der DDR kaum Privatvermögen aufgebaut werden konnte, das heute weitergegeben werden könnte. Für Mecklenburg-Vorpommern bedeutet das: weniger Startkapital für junge Familien, weniger Eigenkapital für Existenzgründungen, weniger Spielraum in der Altersvorsorge. Bürger- oder Staatsfonds könnten langfristig gegensteuern, doch solche Konzepte brauchen politischen Willen und einen langen Atem – nicht nur eine Pressemitteilung zur richtigen Zeit. Ohne aktives Handeln bleibt die Vermögensschere zwischen Ost und West auch in der nächsten Generation offen.

Wer nichts erbt, muss alles selbst aufbauen – das ist in Ostdeutschland für die meisten Familien bittere Realität, nicht Ausnahme. Diese strukturelle Ungleichheit wirkt sich auf Chancengerechtigkeit, soziale Mobilität und den gesellschaftlichen Zusammenhalt aus. Eine offene Gesellschaft kann auf Dauer nicht funktionieren, wenn Vermögen und damit Handlungsspielräume geografisch so ungleich verteilt sind.

Für Mecklenburg-Vorpommern bedeutet das konkret: Wer hier aufwächst, hat statistisch gesehen weit weniger Rückenwind durch Erbschaften als Gleichaltrige in Bayern oder Baden-Württemberg. Das betrifft nicht nur reiche Familien, sondern ganz normale Menschen, die auf geerbtes Wohneigentum oder etwas Erspartes der Eltern hoffen. Politisch braucht es ehrliche Diskussionen über regionale Vermögensförderung und Ausgleichsmechanismen, die über Wahlkampfreden hinausgehen.