Ostdeutsche erben kaum – Vermögenslücke bleibt nach 35 Jahren
Wer nichts erbt, muss alles selbst aufbauen – das ist in Ostdeutschland für die meisten Familien bittere Realität, nicht Ausnahme. Diese strukturelle Ungleichheit wirkt sich auf Chancengerechtigkeit, soziale Mobilität und den gesellschaftlichen Zusammenhalt aus. Eine offene Gesellschaft kann auf Dauer nicht funktionieren, wenn Vermögen und damit Handlungsspielräume geografisch so ungleich verteilt sind.
Für Mecklenburg-Vorpommern bedeutet das konkret: Wer hier aufwächst, hat statistisch gesehen weit weniger Rückenwind durch Erbschaften als Gleichaltrige in Bayern oder Baden-Württemberg. Das betrifft nicht nur reiche Familien, sondern ganz normale Menschen, die auf geerbtes Wohneigentum oder etwas Erspartes der Eltern hoffen. Politisch braucht es ehrliche Diskussionen über regionale Vermögensförderung und Ausgleichsmechanismen, die über Wahlkampfreden hinausgehen.