Parteienverdrossenheit wächst: AfD legt zu, Merz verliert
Wenn Menschen das Gefühl haben, von allen Parteien gleichzeitig vergessen zu werden, ist das ein Warnsignal für die Demokratie – kein Stimmungsphänomen. Dieses strukturelle Misstrauen schwächt die Bereitschaft zur politischen Beteiligung und öffnet populistischen Kräften Tür und Tor. Eine offene Gesellschaft braucht Parteien, die zuhören, bevor sie verlieren.
In Mecklenburg-Vorpommern ist Parteienverdrossenheit kein neues Phänomen, sondern hat tiefe historische Wurzeln: Wer die Wende erlebt hat und danach wirtschaftlich abgehängt wurde, traut Versprechen aus Berlin grundsätzlich weniger. Die steigende AfD-Zustimmung ist hier auch ein Symptom ungelöster Fragen nach Teilhabe und Anerkennung. Kommunale Demokratieprojekte und direkte Beteiligungsformate könnten gegensteuern – wenn sie ehrlich gemeint sind.