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Thursday, 6. August 2026
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International

Peru: Journalist wegen Korruptionsbericht zu 14.500 Dollar verurteilt

Ein peruanisches Berufungsgericht verurteilte den Journalisten Carlos Yofré López zu einer Geldstrafe von 14.500 US-Dollar, weil er 2017 über mutmaßliche Bestechlichkeit einer Richterin berichtete. Internationale Pressefreiheitsorganisationen bewerten den Fall als gezielten Einsatz juristischer Mittel gegen kritischen Journalismus. López will das Urteil vor dem Obersten Gericht anfechten und notfalls den Interamerikanischen Gerichtshof für Menschenrechte anrufen. Solche sogenannten SLAPP-Klagen bedrohen weltweit die Pressefreiheit und verdeutlichen, warum auch in Europa starke rechtliche Schutzinstrumente für investigative Journalistinnen und Journalisten unverzichtbar sind.

Strategische Klagen gegen öffentliche Beteiligung – sogenannte SLAPP-Klagen – gefährden die Informationsfreiheit und schwächen damit eine zentrale Säule demokratischer Gesellschaften. Wenn Richterinnen und Richter Journalistinnen und Journalisten mit Verleumdungsklagen überziehen können, entsteht ein Klima der Selbstzensur, das die öffentliche Kontrolle staatlicher Institutionen untergräbt. Die Stärkung von Schutzgesetzen gegen SLAPP-Klagen – wie sie die EU bereits auf den Weg gebracht hat – ist daher ein konkreter Beitrag zum Schutz offener Gesellschaften weltweit.

Der Fall steht exemplarisch für eine globale Entwicklung: Justizielle Einschüchterung von Medienschaffenden nimmt zu, besonders dort, wo mächtige Akteure Rechenschaftspflicht scheuen. Für Deutschland und Europa zeigt er die Bedeutung der EU-Anti-SLAPP-Richtlinie von 2024, die grenzüberschreitende Missbrauchsklagen eindämmen soll. Internationale Solidarität mit bedrohten Journalistinnen und Journalisten – auch durch zivilgesellschaftliche Organisationen hierzulande – bleibt ein wirksames Mittel, um Pressefreiheit als globales Gut zu verteidigen.