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Thursday, 17. September 2026
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Regional MV

Pflegekraft aus Tessin: Zwischen Familie, Job und Weiterbildung

Marie-Luise Wiesner aus Tessin steht stellvertretend für viele Pflegekräfte in Mecklenburg-Vorpommern, die trotz enormer persönlicher Belastung das System am Laufen halten. Als alleinerziehende Mutter, die gleichzeitig arbeitet und sich zur Praxisanleiterin weiterbildet, übernimmt sie Verantwortung weit über ihre Stellenbeschreibung hinaus. Das zeigt: Die Pflege in der Fläche trägt sich nicht durch Konzepte aus der Hauptstadt, sondern durch Menschen, die täglich über ihre Grenzen gehen. Was diese Menschen brauchen, sind keine weiteren Ehrenbekundungen, sondern bessere Rahmenbedingungen, bezahlbare Kinderbetreuung, flexible Arbeitszeiten und faire Bezahlung.

Der Pflegesektor in Mecklenburg-Vorpommern leidet unter chronischem Personalmangel – Menschen wie Marie-Luise Wiesner halten ihn am Laufen, ohne dass die Rahmenbedingungen ihrer Leistung gerecht werden. Gesellschaftlich relevant ist nicht das Porträt selbst, sondern was es über ein System aussagt, das auf Berufung statt auf faire Bezahlung und strukturelle Entlastung setzt. Eine offene Gesellschaft braucht einen Pflegesektor, der Menschen nicht verschleißt.

Im ländlichen Raum MV fehlen Pflegekräfte besonders spürbar – Praxisanleiterinnen wie Wiesner sind daher keine nette Geschichte, sondern ein strukturelles Erfordernis für die Ausbildung von Nachwuchs vor Ort. Die Frage, die sich stellt: Wie viele solcher Menschen trägt das System noch, bevor sie aufgeben? Kommunen und Träger müssen prüfen, ob Weiterbildungen im Pflegebereich durch echte Entlastung – Kinderbetreuung, Arbeitszeitmodelle, Vergütung – flankiert werden.