Philippinen: Besseres Ranking, schlechtere Pressefreiheit
Pressefreiheit ist keine Fachfrage für Medienprofis – sie ist eine Grundbedingung dafür, dass Bürgerinnen und Bürger überhaupt wissen können, was in ihrem Namen getan wird. Wo Journalistinnen mit Terrorvorwürfen mundtot gemacht werden und politische Clans Nachrichtenräume aufkaufen, verlieren vor allem die Menschen, die ohnehin keine Lobby haben. Dass die Pressefreiheit weltweit auf einem 25-Jahres-Tief liegt, ist ein Warnsignal für jede offene Gesellschaft.
Der Fall der Philippinen zeigt exemplarisch, wie autoritäre Kontrolle über Medien nicht mehr nur durch offene Gewalt, sondern durch juristische Schikane und wirtschaftliche Konzentration funktioniert – eine Entwicklung, die auch in Europa beobachtbar ist. Für Demokratieprojekte in Deutschland und MV ist das ein Spiegel: Medienvielfalt und Schutz unabhängiger Journalistinnen sind keine Selbstverständlichkeit, sondern aktiv zu verteidigende Errungenschaften. Die Frage, wer Medieneigentümer ist und welche Interessen dahinterstehen, stellt sich auch hierzulande mit zunehmender Dringlichkeit.