Philippinen: Klagen gegen Menschenrechtsanwälte bedrohen Zivilgesellschaft
Strategische Klagen gegen zivilgesellschaftliche Akteure – sogenannte SLAPP-Klagen – sind ein globales Instrument, das Kritik an mächtigen Wirtschaftsinteressen zum Schweigen bringen soll und die Grundlagen demokratischer Mitsprache untergräbt. Der Fall zeigt exemplarisch, wie Meinungsfreiheit, das Recht auf rechtliche Vertretung und der Schutz indigener Gemeinschaften gleichzeitig gefährdet werden können. Die Stärkung gesetzlicher Schutzmaßnahmen gegen SLAPP-Klagen – wie sie auch auf EU-Ebene vorangetrieben werden – ist deshalb für offene Gesellschaften weltweit von zentraler Bedeutung.
Der Fall auf den Philippinen reiht sich in ein globales Muster ein, in dem Unternehmen juristische Mittel nutzen, um Kritiker und Gemeindevertreter einzuschüchtern statt inhaltlich zu antworten. In der EU trat 2024 eine Anti-SLAPP-Richtlinie in Kraft, die Journalistinnen und Journalisten sowie zivilgesellschaftliche Akteure besser schützen soll – Deutschland steht bei der Umsetzung in der Pflicht. Dieser internationale Fall kann als Argument für eine konsequente und mutige Umsetzung dieser Schutzgesetze auch auf nationaler und regionaler Ebene genutzt werden.