Platz vor Berliner Abgeordnetenhaus heißt nun Margot-Friedländer-Platz
Öffentliche Räume formen, wessen Geschichte als Teil des Gemeinwesens gilt. Wenn ein Platz vor dem Parlament an eine Frau erinnert, die Verfolgung überlebt und danach ihr Leben dem Dialog gewidmet hat, wird Erinnerungskultur zur Demokratiepflege. Das stärkt gesellschaftlichen Zusammenhalt – besonders in Zeiten, in denen Antisemitismus und das Vergessen der NS-Verbrechen wieder zunehmen.
Für eine offene Gesellschaft ist die Frage zentral, wer in öffentlichen Räumen sichtbar ist und wessen Lebensgeschichte als Orientierung dient. Städte wie Rostock oder Schwerin könnten ähnliche Impulse setzen und nachfragen: Welche Namen prägen unsere Plätze – und welche fehlen noch? Die Benennung nach Margot Friedländer zeigt, dass Erinnerungskultur kein Museum braucht, sondern den Alltag.