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Sunday, 27. September 2026
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Demokratie & Zivilgesellschaft

Polen: Streit um Führung des Instituts des Nationalen Gedenkens

In Polen hat das Parlament einen neuen Präsidenten für das Institut des Nationalen Gedenkens gewählt – gegen den ausdrücklichen Willen der Regierung von Donald Tusk. Der Konflikt zeigt, wie Erinnerungspolitik zum Schauplatz von Machtkämpfen wird: Wer kontrolliert, wie Geschichte erzählt wird, kontrolliert auch gesellschaftliche Deutungshoheit. Der Senat soll die Wahl noch blockieren – der Ausgang bleibt offen und wird zeigen, wie stabil demokratische Gewaltenteilung unter Druck standhält.

Wer das Institut des Nationalen Gedenkens kontrolliert, bestimmt mit, wie Geschichte erzählt wird – und wessen Erfahrungen als legitim gelten. Das ist keine Verwaltungsfrage, sondern eine Machtfrage mit demokratischer Sprengkraft. Für eine offene Gesellschaft ist entscheidend, dass Erinnerungsinstitutionen unabhängig arbeiten und nicht als politisches Instrument genutzt werden.

Dieser institutionelle Konflikt zeigt exemplarisch, wie schwierig demokratischer Wandel ist, wenn Behörden und Institutionen über Jahre politisch besetzt wurden. Das polnische Beispiel ist für Deutschland und Mecklenburg-Vorpommern kein abstraktes Auslandsthema: Auch hierzulande wird diskutiert, wie Erinnerungsarbeit institutionell abgesichert und vor politischer Vereinnahmung geschützt werden kann. Die Spannung zwischen Sejm und Senat verweist auf die Bedeutung von Gewaltenteilung als realem Schutzinstrument.