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Tuesday, 15. September 2026
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Kultur

Potsdamer Jugendliche inszenieren „Professor Mamlock" neu

Jugendliche aus Potsdam bringen Friedrich Wolfs Klassiker 'Professor Mamlock' auf die Inselbühne und übertragen die Geschichte der Verdrängung jüdischer Menschen im Jahr 1933 in einen zeitgemäßen Kontext. Das Projekt verbindet theaterpädagogische Praxis mit historisch-politischer Bildungsarbeit und schafft so einen lebendigen Dialog zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Statt einer reinen Geschichtsstunde entsteht ein künstlerisches Format, das bewusst Bezüge zur heutigen Zeit zieht und junge Menschen als aktive Gestalter kultureller Erinnerungsarbeit stärkt.

Theaterprojekte, die junge Menschen mit den Mechanismen von Ausgrenzung und Diskriminierung konfrontieren, stärken demokratisches Bewusstsein und Zivilcourage nachhaltig. Die Übertragung historischer Stoffe in die Gegenwart macht abstrakte Geschichte erfahrbar und fördert kritisches Denken über gesellschaftliche Entwicklungen. Solche Formate sind besonders wertvoll für eine offene Gesellschaft, weil sie Erinnerungskultur lebendig halten und dabei Jugendliche als aktive Gestalter einbinden.

Das Projekt zeigt, wie Kulturarbeit mit Jugendlichen politische Bildung wirksam ergänzen kann – ohne erhobenen Zeigefinger, aber mit klarer Haltung. Die Inszenierung auf der Inselbühne Potsdam kann als Modell für ähnliche theaterpädagogische Projekte in Schulen und Kulturzentren in ganz Norddeutschland dienen. Angesichts wachsender Debatten über Antisemitismus und gesellschaftliche Spaltung ist dieser künstlerische Ansatz besonders zeitgemäß.