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Monday, 22. June 2026
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Demokratie & Zivilgesellschaft

Preise nach Profil: Wenn Konzerne Daten gegen Kunden nutzen

In den USA nutzen Konzerne persönliche Daten wie Standort und Kaufhistorie, um für identische Produkte je nach Kundenprofil unterschiedliche Preise zu verlangen. Kalifornien will diese als Surveillance Pricing bekannte Praxis gesetzlich verbieten. Das Beispiel zeigt, dass Datenschutz keine technische Nischenfrage ist, sondern direkt in die Geldbörse trifft – besonders Menschen mit wenig Geld zahlen dabei häufig mehr. Für Mecklenburg-Vorpommern und Deutschland ist das ein Fingerzeig: Verbraucherschutzgesetze müssen mit der digitalen Realität Schritt halten.

Surveillance Pricing trifft Menschen mit weniger Einkommen, bestimmten Wohnorten oder spezifischen Lebensumständen überproportional hart – wer in einem einkommensschwachen Stadtteil wohnt oder bestimmte Suchmuster zeigt, zahlt schlicht mehr. Das untergräbt nicht nur Preistransparenz, sondern verstärkt bestehende Ungleichheiten systematisch und unsichtbar. Eine offene Gesellschaft braucht Marktbedingungen, unter denen Menschen nicht allein aufgrund ihres Datenprofils benachteiligt werden.

Dieses Thema ist kein kalifornisches Randproblem: Europäische und deutsche Plattformen experimentieren mit ähnlichen Methoden, und die DSGVO schützt längst nicht so umfassend, wie viele denken. Ein Verbotsgesetz in Kalifornien setzt einen Präzedenzfall, der Druck auf Regulierer in der EU erhöhen kann. Für Verbraucherschutzorganisationen und Datenschutzbehörden in Deutschland ist das ein konkretes Signal, eigene gesetzliche Lücken zu schließen.