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Thursday, 17. September 2026
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Demokratie & Zivilgesellschaft

Queeres Leben in Ostdeutschland: Wenn Rechtsruck zur Alltagsgefahr wird

Queere Menschen in Sachsen-Anhalt beschreiben konkret, was ein weiterer Rechtsruck für ihren Alltag bedeutet: weniger Beratungsangebote, mehr Anfeindungen, ein gesellschaftliches Klima, das Ausgrenzung normalisiert. Initiativen wie Queeres Dessau leisten in strukturschwachen Regionen unverzichtbare Arbeit – oft dort, wo der Staat längst zurückgezogen hat. Das ist kein Randthema: Wer hier wegschaut, akzeptiert, dass ein Teil der Bevölkerung schutzlos bleibt. Zivilgesellschaftlicher Zusammenhalt braucht finanzielle Absicherung, keine Kürzungen.

Grundrechte sind keine Selbstverständlichkeit – sie müssen verteidigt werden, besonders für Gruppen, die wenig politische Lobby haben. Wenn queere Menschen in strukturschwachen Regionen beschreiben, wie sich politischer Rechtsruck auf ihren Alltag auswirkt, ist das kein Randthema, sondern ein Frühwarnsystem für den Zustand einer offenen Gesellschaft. Wer diese Stimmen ernst nimmt, versteht früher, wo demokratische Schutzräume erodieren.

In Mecklenburg-Vorpommern stellt sich dieselbe Frage wie in Sachsen-Anhalt: Wie robust sind zivilgesellschaftliche Strukturen, wenn politische Mehrheiten kippen? Beratungsstellen, queere Zentren und Antidiskriminierungsarbeit hängen oft an Projektförderung, die bei Regierungswechseln zuerst gestrichen wird. Das Modell von Queeres Dessau zeigt, dass lokale Selbstorganisation auch dort funktioniert, wo staatliche Unterstützung dünn ist – ein Ansatz, der für viele Kommunen in MV übertragbar wäre.