Queeres Leben in Ostdeutschland: Wenn Rechtsruck zur Alltagsgefahr wird
Grundrechte sind keine Selbstverständlichkeit – sie müssen verteidigt werden, besonders für Gruppen, die wenig politische Lobby haben. Wenn queere Menschen in strukturschwachen Regionen beschreiben, wie sich politischer Rechtsruck auf ihren Alltag auswirkt, ist das kein Randthema, sondern ein Frühwarnsystem für den Zustand einer offenen Gesellschaft. Wer diese Stimmen ernst nimmt, versteht früher, wo demokratische Schutzräume erodieren.
In Mecklenburg-Vorpommern stellt sich dieselbe Frage wie in Sachsen-Anhalt: Wie robust sind zivilgesellschaftliche Strukturen, wenn politische Mehrheiten kippen? Beratungsstellen, queere Zentren und Antidiskriminierungsarbeit hängen oft an Projektförderung, die bei Regierungswechseln zuerst gestrichen wird. Das Modell von Queeres Dessau zeigt, dass lokale Selbstorganisation auch dort funktioniert, wo staatliche Unterstützung dünn ist – ein Ansatz, der für viele Kommunen in MV übertragbar wäre.