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Wednesday, 16. September 2026
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Regional MV

Radweg-Streit in Schwerin: Barrierefreiheit gegen Naturschutz

In Schwerin streiten Naturschutz und Barrierefreiheit um die Gestaltung eines Radwegs zwischen Mueß und Zippendorf: Der BUND lehnt eine Befestigung ab, der Behindertenbeirat fordert sie ausdrücklich. Für Menschen mit Gehbehinderungen, Rollstuhlnutzer oder Familien mit Kinderwagen ist ein unbefestigter Weg schlicht nicht nutzbar – das ist keine theoretische Abwägung, sondern gelebter Alltag. Die Stadt hat Fördermittel in der Hand und sollte jetzt eine Lösung erarbeiten, die beide Seiten ernstnimmt, statt den Konflikt auszusitzen. Runde Tische mit echten Entscheidungsbefugnissen wären ein konkreter nächster Schritt.

Barrierefreiheit im öffentlichen Raum ist kein Luxus, sondern ein Grundrecht – und genau das macht diesen scheinbar kleinen Wegestreit bedeutsam. Gleichzeitig sind naturnahe Wege schützenswert, und pauschale Betonierung kann langfristigen Schaden anrichten. Gesellschaftlich braucht es Planungsverfahren, die Inklusion und Ökologie von Anfang an zusammendenken, statt sie gegeneinander auszuspielen.

Für Schwerin ist dieser Streit ein Lehrstück darüber, was passiert, wenn Fördergelder ohne breite Beteiligung vergeben werden: Protest kommt erst danach. Kommunen in MV täten gut daran, bei Wegebau-Projekten frühzeitig sowohl Naturschutzbehörden als auch Behindertenbeauftragte einzubinden. Es gibt bereits Belagstypen, die sowohl rollstuhl- als auch naturverträglich sind – die Frage ist, ob die Stadtverwaltung diese Optionen wirklich geprüft hat.