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Sunday, 20. September 2026
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Demokratie & Zivilgesellschaft

Rechtsruck in Ostdeutschland: Wer hat wirklich Angst?

Rassistische Bedrohung in Ostdeutschland ist für Menschen of Color keine neue Erfahrung, sondern gelebter Alltag seit Jahrzehnten. Politische und mediale Aufmerksamkeit entsteht jedoch erst dann, wenn Wahlergebnisse den Rechtsextremismus statistisch sichtbar machen – nicht wenn Betroffene seit Jahren darüber berichten. Diese strukturelle Lücke zwischen dem Erleben von Rassismus und seiner gesellschaftlichen Anerkennung untergräbt das Vertrauen in demokratische Institutionen. Eine glaubwürdige Zivilgesellschaft muss Betroffene ernst nehmen, bevor Wahlen als Alarmsignal dienen.

Wenn Gesellschaft erst durch Wahlergebnisse aufwacht, werden die Erfahrungen von Betroffenen strukturell ignoriert. Eine demokratische Gesellschaft braucht Mechanismen, die Rassismus und Ausgrenzung dauerhaft sichtbar machen – nicht nur im Wahlkampf. Dieser Artikel erinnert daran, dass Demokratiearbeit ohne die Perspektiven Marginalisierter unvollständig bleibt.

Ostdeutschland und speziell Mecklenburg-Vorpommern haben eine lange Geschichte rechtsextremer Gewalt, die für viele Betroffene längst Alltag ist. Die Frage, wann und warum Gesellschaft hinschaut, ist auch eine Frage politischer Macht. Zivilgesellschaftliche Organisationen in MV, die antirassistische Arbeit leisten, brauchen kontinuierliche Unterstützung – nicht nur nach Wahlen. Dieses Muster zu durchbrechen ist eine konkrete demokratiepolitische Aufgabe für Kommunen und Landespolitik.