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Thursday, 17. September 2026
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Demokratie & Zivilgesellschaft

Regierungsflüge: Jeder zweite Flug startet ohne Passagiere

Etwa die Hälfte aller Flüge der deutschen Regierungsflotte startet ohne Passagiere an Bord, weil die Maschinen in Köln stationiert sind, Regierungsmitglieder ihre Reisen aber in der Regel in Berlin antreten. Das verursacht unnötige Kosten für die Steuerzahlenden und vermeidbare CO2-Emissionen. Das Problem ist seit Jahren bekannt, strukturelle Lösungen wie eine Verlegung des Standorts oder angepasste Buchungsverfahren wurden jedoch nicht angegangen. Solange einfache Korrekturen ausbleiben, bleibt das ein Symbol für politisches Versagen bei grundlegenden Verwaltungsfragen.

Staatliche Ressourcenverschwendung untergräbt das Vertrauen der Bevölkerung in politische Institutionen und widerspricht dem Anspruch einer glaubwürdigen Klimapolitik. Wenn die Bundesregierung Bürgerinnen und Bürger zur Energieeinsparung aufruft, gleichzeitig aber strukturell bedingte Leerflüge toleriert, entsteht eine demokratisch problematische Glaubwürdigkeitslücke. Transparenz über solche Missstände und deren schnelle Behebung sind zentrale Aufgaben eines handlungsfähigen Rechtsstaats.

Der Fall illustriert, wie verwaltungsorganisatorische Pfadabhängigkeiten kostspielige und klimaschädliche Praktiken zementieren können. Eine Verlagerung der Stationierung nach Berlin oder ein modernes Dispositionssystem wäre eine pragmatische Lösung, die sowohl Steuermittel schont als auch den CO2-Fußabdruck der Bundesregierung reduziert. Das Beispiel zeigt, dass Effizienzgewinne im Staatsapparat oft keine politischen Großprojekte erfordern, sondern konkrete organisatorische Entscheidungen.