Rostock plant drei zentrale Flüchtlingsunterkünfte statt elf
Die Frage, wie Geflüchtete untergebracht werden, hat direkte Auswirkungen auf ihre Integrationschancen: Kleine, dezentrale Unterkünfte fördern Nachbarschaft und Alltagskontakte, große Sammelunterkünfte erschweren sie erfahrungsgemäß. Eine solche strukturelle Entscheidung betrifft nicht nur Verwaltungseffizienz, sondern die Grundbedingungen für gesellschaftliche Teilhabe – und damit den Zusammenhalt in der Stadt insgesamt.
Rostock trifft hier eine Richtungsentscheidung, die weit über Haushaltslogik hinausgeht. Drei große Heime bedeuten für die Bewohnerinnen und Bewohner längere Wege, weniger Einbindung ins Quartier und potenziell mehr soziale Isolation. Die Kritik des Flüchtlingsrats ist ein wichtiges Korrektiv – es bleibt zu fragen, welche konkreten Begleitmaßnahmen geplant sind, damit Konzentration nicht zum Rückschritt bei der Integration wird.