Direkt zum Inhalt
minutentakt.
Saturday, 19. September 2026
Ticker
Regional MV

Rostocker O₂-Call-Center: Verkauf oder Schließung bis 2026

Rund 400 Arbeitsplätze am Rostocker Stadthafen stehen auf dem Spiel: Telefónica will seine Call-Center-Tochter TGCS bis Ende 2026 entweder verkaufen oder schließen. Für die Beschäftigten bedeutet das fast zwei Jahre Hängepartie ohne klare Perspektive. Betriebsrat, Gewerkschaft und Stadt Rostock sind jetzt gefordert, aktiv Druck zu machen und Alternativen zu prüfen, bevor die Entscheidung in fernen Konzernzentralen fällt.

Call-Center-Arbeitsplätze gelten oft als wenig prestigeträchtig, sind aber für viele Menschen in der Region feste Einkommensquellen – besonders für Teilzeitkräfte, Alleinerziehende und Menschen mit begrenzten Alternativen auf dem Arbeitsmarkt. Wenn ein solcher Standort schließt, trifft das nicht abstrakte Zahlen, sondern konkrete Lebensplanungen. Die Frage, welche Auffangstrukturen bereitstehen und wie schnell Agentur für Arbeit und Gewerkschaften reagieren, entscheidet darüber, ob der Verlust abgefedert werden kann oder nicht.

Rostock hat in den vergangenen Jahrzehnten erlebt, wie sich Konzernentscheidungen aus fernen Zentralen auf die lokale Beschäftigungslage auswirken. Die Unsicherheit bis Ende 2026 ist lang – zu lang, um untätig zu bleiben. Stadt, Gewerkschaften und Wirtschaftsförderung sollten jetzt Gespräche aufnehmen und nicht auf den Ausgang warten. Zugleich zeigt der Fall, wie abhängig Regionen von Konzernstrategien sind, auf die sie keinen Einfluss haben.