Rumänien: Politisches Patt gefährdet 770 Millionen Euro EU-Hilfen
Wenn EU-Gelder nicht abgerufen werden, fehlen sie dort, wo sie am dringendsten gebraucht werden: in öffentlichen Diensten, Infrastruktur und sozialer Absicherung. Der Stillstand zeigt, wie politische Eliten mit dem Vertrauen der Bevölkerung spielen – und wie daraus Raum für antidemokratische Bewegungen entsteht. Für eine offene Gesellschaft ist das ein Warnsignal: Demokratie verliert nicht durch Putsch, sondern durch Erschöpfung und Enttäuschung.
Rumänien durchlebt gerade eine Krise, die strukturelle Ähnlichkeiten mit ostdeutschen Transformationserfahrungen der 1990er Jahre hat: Institutionen, denen die Menschen misstrauen, Reformen, die nicht ankommen, und eine Rechte, die davon profitiert. Die EU könnte hier mehr sein als Geldgeber – sie könnte zivilgesellschaftliche Strukturen direkt stärken, statt nur auf Regierungsebene zu verhandeln. Demokratieprojekte, die an den Menschen vorbei finanziert werden, verfehlen ihr Ziel.