Russisches Haus Berlin: Spionage, Propaganda, politisches Zögern
Staatlich gesteuerte Desinformation und Spionage untergraben das Vertrauen in demokratische Institutionen und gefährden die öffentliche Sicherheit. Wenn Behörden bekannte Risiken jahrelang ignorieren, entsteht ein gefährliches Signal: dass politische Rücksichten schwerer wiegen als der Schutz der Bevölkerung. Offene Gesellschaften brauchen klare rote Linien gegenüber ausländischen Einflussoperationen – und Behörden, die diese Linien auch durchsetzen.
Der Fall zeigt exemplarisch, wie hybride Kriegsführung in Friedenszeiten funktioniert: nicht mit Panzern, sondern mit Kulturinstituten, Netzwerken und politischem Lavieren. Für die Demokratie ist das eine ernsthafte Bewährungsprobe. Die entscheidende Frage lautet jetzt, ob Deutschland die rechtlichen und politischen Instrumente nutzt, die es längst hätte nutzen können. Ein transparenteres Verfahren beim Umgang mit ausländischen staatlichen Institutionen wäre ein konkreter, übertragbarer Schritt in Richtung Resilienz.